Projiziere zwei kurze Snippets mit unterschiedlicher Herkunft, etwa ein Social‑Media‑Post und ein Auszug aus einem Forschungsbericht. Aufgabe: In sechzig Sekunden identifizieren Lernende Quelle, Autorität und möglichen Zweck. Danach markieren sie ein Indiz für Vertrauenswürdigkeit und eines für Vorsicht. Das Blitzformat zwingt zu präzisem Hinschauen, ohne Details zu übersehen. Sammle Signale an der Tafel, gewichte gemeinsam, und leite zur eigentlichen Stunde über, bereits mit geschärften Antennen für Qualität.
Zeige eine provokante Behauptung und zwei Belege unterschiedlicher Stärke. Lernende markieren, welcher Beleg die Aussage stützt, welcher ablenkt, und welcher zusätzliche Daten verlangen würde. Diskutiere kurz, warum Glaubwürdigkeit nicht mit Gefallen gleichzusetzen ist. Diese Routine trennt Zustimmung von Begründung und trainiert die Frage: Reicht das? Schließe mit einer Mini‑Reflexionskarte ab, auf der jeder eine Verbesserung für den schwächeren Beleg formuliert. Wiederholung erzeugt nachhaltige Beleg‑Sensibilität.
Lege zwei Quellen nebeneinander, etwa Zeitungsartikel und Experteninterview, und gib drei Leitfragen: Wer spricht? Wofür gibt es Belege? Welche Annahmen schweben mit? In zwei Minuten markieren Lernende Stellen, die Stärke oder Schwäche signalisieren. Danach folgt ein kurzer Handzeichen‑Abgleich: A oder B? Die knappe, ritualisierte Entscheidung schärft Urteilskraft, ohne Langeweile zu produzieren. Dokumentiere Gründe stichwortartig, um in späteren Stunden auf diese schnellen Entscheidungen zurückzugreifen und Entwicklung sichtbar zu machen.
Erstelle eine dreizeilige Rubrik: Quelle identifiziert, Relevanz begründet, Schwächen benannt. Jede Zeile hat drei klare Stufen mit Verben, nicht Adjektiven. In der Einstiegsminute kreuzen Lernende selbst ein, du verschaffst dir Überblick, und beim Übergang in Partnerarbeit nennen sie ein konkretes Nächstes. Diese knappe Selbstdiagnose spart Erklärzeit, fördert Verantwortung und macht Fortschritt sichtbar. Kopiere die Rubrik in Hefte oder digitale Boards, damit die Sprache der Qualität präsent bleibt und handlungsleitend wirkt.
Verteile farbige Chips für Stärken, Lücken und Fragen. Nach dem Bell‑Ringer legt jeder einen Chip auf die Arbeit einer anderen Person, mit einem kurzen, konkreten Satz. Fokus: Belegqualität, nicht Stil. Innerhalb von zwei Minuten entstehen drei verwertbare Hinweise pro Tischgruppe. Du greifst ein Beispiel heraus, machst eine Mini‑Modeling‑Sequenz und verbindest es mit der Tagesaufgabe. So wird Feedback leicht, respektvoll und handlungsnah, ohne dass es den Start ausbremst oder in langen Diskussionen versandet.
Beende die Stunde mit einer einzigen Transferfrage: Wo würde der heute geübte Prüfgriff außerhalb des Klassenzimmers helfen? Lernende nennen einen konkreten Kontext, etwa Nachrichten, Social Media oder Familiengespräch, plus einen Satz, wie sie vorgehen würden. Du sammelst drei Beispiele, feierst kleine Fortschritte und kündigst den nächsten Startimpuls an. Diese Schleife verknüpft Praxis, Sinn und Kontinuität, fördert Metakognition und erhöht die Chance, dass Belegprüfung zur Alltagskompetenz wird.
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